"Heimwehland" ist die erste Zusammenarbeit in unserer Region zwischen einem Amateurtheaterverein und einem Laienstreichorchester, dem Collegium Musicum aus Singen. Die Schauspieler von Pralka e.V. gehen zusammen mit Regisseurin Susanne Breyer ganz neue Wege– mit über 65 Personen auf der Bühne. Da das erste Stück des Vereins im Gründungsjahr 2009 "Polski Blues" von Janosch war (Uraufführung durch Pralka nach Absprache mit Janosch in der Stadthalle Singen), war 2019 wiederum Polen das Thema. Zudem bedeutet der Name des Vereins Pralka auf Polnisch "Waschmaschine" – Kultur neu gewaschen. Das Theaterstück basiert auf der Sage des Wawel-Drachen aus Krakau, der die Einwohner der Stadt terrorisierte. Sie wurde bearbeitet und mit der polnischen Geschichte nach 1980 verwoben. Als Grundlage für die zum Theaterstück komponierte Musik dienen polnische Lieder. Der Komponist ist der Berliner Michael Kessler. Das Stück erzählt auch die Geschichte der Mitbürger, die mit oder ohne deutsche Wurzeln in die Gegend rund um Singen eingewandert sind. Da die deutsche mit der polnischen Historie eng verbunden ist, ist das Stück auch für Jugendliche interessant, die die Geschichte ab 1980 nicht selbst erlebt haben, sowie für Erwachsene.

Probenfotos HEIMWEHLAND



Aufführung 2018 - Geburt.Heilung.Trost.

Mit einer ausverkauften Veranstaltung feierte am 12.10.2018 das Theaterstück "Geburt.Heilung.Trost" Premiere. Rund 70 Zuschauer wollten dabei sein, als die Theatergruppe Pralka erstmalig 90 Jahre Geschichte des Singener Krankenhauses spielte. Das Stück hatte Susanne Breyer im Auftrag eigens zum Jubiläum geschrieben. Tief war sie in die Geschichte des Hauses eingestiegen - von den Anfängen bis zur Gegenwart spannte sie den Bogen, unterhaltsam und amüsant war das, aber auch nachdenklich, denn auch Krankheit, Leid und Tod wurden nicht ausgespart. Sie wurden durch Allegorien dargestellt, die letztlich mit ihren Pendants -Geburt, Heilung, Trost - im Café Lichtblick tanzend ihre Runden drehten.

Susanne Breyer hat das Stück unterhaltsam und effektvoll inszeniert, sie führte nicht nur Regie, sondern spielt selber als Bakterium mit. Ein witziger Einfall: Als Bakterium -stets bedroht von zunehmenden Hygienemaßnahmen - führte sie durch Raum und Zeit, nimmt die Zuschauer mit von Spielort zu Spielort, von Szene zur Szene von einem Jahrzehnt in das nächste. Das Krankenhaus im ständigen Wandel, heitere Szenen wechseln mit nachdenklichen. Die Schauspieler der Pralka-Gruppe müssen in viele verschiedene Rollen schlüpfen, müssen auch singen können und musizieren. Der ständige Kostümwechsel wird bravourös gemeistert, jede Szene lebt auch von ihrem Umfeld, das geschickt mit eingebaut wird. Steigt der französische Kommandant durchsiebt von Schrotkugeln im Hintern nach dem zweiten Weltkrieg vom Hohentwiel hinab, so kommt er im Theaterstück im Foyer die Treppe hinunter ins Krankenhaus, wo eine böse dreinblickende Schwester ihn schon erwartet.

 

Apropos Schwester, auch Schwester Bonifazia von Hegne ist im Stück verewigt - den Singenern bestens bekannt, die mit schmunzelndem Gelächter das Erscheinen der resoluten Schwester quittierten. So manche Erinnerung wurde wach gerufen, keine Legenden, alles Geschichten, die sich so zugetragen haben und die ein buntes Bild der fernen und nahen Vergangenheit zeichneten. Zur jüngsten Vergangenheit gehörte auch das Verschwinden des HBH-Verbunds und Entstehen des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz - einfach erklärt durch Kindermund. Kindergartenspiele im Kleinen zeigten wie sich die Geschichte im Großen zugetragen hatte. So einfach kann es sein.

Beim Geburtstagsständchen für die "Singen" stimmte am Schluss im Turmsaal nicht nur Konstanz, Radolfzell, Engen, Stühlingen und Gailingen mit ein, sondern im Kanon auch das ganze Publikum. Herzlichen Glückwunsch Klinikum Singen zu 90 jungen Jahren!   Text: Pressestelle Hegauklinikum ANDREA JAGODE

 

Der Filmbeitrag ist zu sehen unter

 

https://www.youtube.com/watch?v=uWBBwRyQT-8

 


noch mehr Bilder..


Mrs. Macbeth - eine gigantische Produktion