Impressionen "Geburt. Heilung. Trost. 90 Jahre Krankenhaus Singen"

Mit einer ausverkauften Veranstaltung feierte am 12.10.2018 das Theaterstück "Geburt.Heilung.Trost" Premiere. Rund 70 Zuschauer wollten dabei sein, als die Theatergruppe Pralka erstmalig 90 Jahre Geschichte des Singener Krankenhauses spielte. Das Stück hatte Susanne Breyer im Auftrag eigens zum Jubiläum geschrieben. Tief war sie in die Geschichte des Hauses eingestiegen - von den Anfängen bis zur Gegenwart spannte sie den Bogen, unterhaltsam und amüsant war das, aber auch nachdenklich, denn auch Krankheit, Leid und Tod wurden nicht ausgespart. Sie wurden durch Allegorien dargestellt, die letztlich mit ihren Pendants -Geburt, Heilung, Trost - im Café Lichtblick tanzend ihre Runden drehten.

Susanne Breyer hat das Stück unterhaltsam und effektvoll inszeniert, sie führte nicht nur Regie, sondern spielt selber als Bakterium mit. Ein witziger Einfall: Als Bakterium -stets bedroht von zunehmenden Hygienemaßnahmen - führte sie durch Raum und Zeit, nimmt die Zuschauer mit von Spielort zu Spielort, von Szene zur Szene von einem Jahrzehnt in das nächste. Das Krankenhaus im ständigen Wandel, heitere Szenen wechseln mit nachdenklichen. Die Schauspieler der Pralka-Gruppe müssen in viele verschiedene Rollen schlüpfen, müssen auch singen können und musizieren. Der ständige Kostümwechsel wird bravourös gemeistert, jede Szene lebt auch von ihrem Umfeld, das geschickt mit eingebaut wird. Steigt der französische Kommandant durchsiebt von Schrotkugeln im Hintern nach dem zweiten Weltkrieg vom Hohentwiel hinab, so kommt er im Theaterstück im Foyer die Treppe hinunter ins Krankenhaus, wo eine böse dreinblickende Schwester ihn schon erwartet.

 

Apropos Schwester, auch Schwester Bonifazia von Hegne ist im Stück verewigt - den Singenern bestens bekannt, die mit schmunzelndem Gelächter das Erscheinen der resoluten Schwester quittierten. So manche Erinnerung wurde wach gerufen, keine Legenden, alles Geschichten, die sich so zugetragen haben und die ein buntes Bild der fernen und nahen Vergangenheit zeichneten. Zur jüngsten Vergangenheit gehörte auch das Verschwinden des HBH-Verbunds und Entstehen des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz - einfach erklärt durch Kindermund. Kindergartenspiele im Kleinen zeigten wie sich die Geschichte im Großen zugetragen hatte. So einfach kann es sein.

Beim Geburtstagsständchen für die "Singen" stimmte am Schluss im Turmsaal nicht nur Konstanz, Radolfzell, Engen, Stühlingen und Gailingen mit ein, sondern im Kanon auch das ganze Publikum. Herzlichen Glückwunsch Klinikum Singen zu 90 jungen Jahren!   ANDREA JAGODE

 

Der Filmbeitrag ist zu sehen unter

 

https://www.youtube.com/watch?v=uWBBwRyQT-8

 


theaterverein pralka infos

Am 23. Juli 2009 gründete sich der Theaterverein Pralka in Singen. Pralka bedeutet auf polnisch Waschmaschine und ist eine Anspielung auf das erste Stück, das der Verein am 13. November 2009 in der Stadthalle Singen uraufführte. Polski Blues ist ein Roman von Janosch, den Susanne Breyer zum Theaterstück umgeschrieben hat. Janosch selbst fand großen Gefallen daran. Der Verein besteht aus 20 begeisterten Laien-Darsteller/innen und bringt jedes Jahr eigene Theaterproduktionen auf die Bühne. Dabei wird mit professioneller Hilfe ein Spiel-Niveau angestrebt, das sich an dem von professionellen Theatern orientiert. Gesang und Tanz werden ebenfalls den Stücken entsprechend eingesetzt.      Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Pralka hat seit seinem Bestehen im ganzen Hegau und Bodenseeraum ein begeistertes Publikum gefunden.

 

Junges Theaterblut stets wild gesucht! Meldet Euch bei unserer Regisseurin Susanne Breyer Rielasingen!


preise

2015 - Kulturförderpreis des Lions Club für Regisseurin Susanne Breyer
2013 - Kulturförderpreis der Stadt Singen für Pralka e.V.
2012 - DM-Preis IdeenInitiative Zukunft


HIGHLIGHT 2016-2017: Hotel Continental - Lust und Laster in Singen

hotel conti singen

Vor dem Abriss des  Hotel Continental  spielte der Theaterverein Pralka die Geschichte des legendären Gebäudes. 1968 wurde es gebaut und war damals ein hochmodernes Gebäude. Im Erdgeschoss war die Rezeption des „Hotel Continental“ untergebracht, daher auch der Name des Gebäudes. Die Stockwerke 1 bis 3 waren den Hotelgästen vorbehalten. Die restlichen Etagen im 4. bis 9. Obergeschoss des Gebäudes wurden als private Wohnungen genutzt. Der Hotelbetrieb funktionierte nicht auf Dauer. Das Hotel Continental avancierte zum Strip-Lokal. Das „Conti-Cabaret“ war im weiten Umland hin bekannt und lockte in den vergangenen Jahrzehnten so manchen Nachtschwärmer an die Tanztische. In den einstigen Hotelzimmern wohnten die Stripteasetänzerinnen.  Regisseurin Susanne Breyer schrieb das Theaterstück auf der Basis von vielen von ihr geführten Interviews und Recherchen. Das Ergebnis ist eine furiose Mischung aus Show, Komik, Tragik und  Begebenheiten, wie sie sich in der Bar des Conti zugetragen haben könnten.

 

Fotografie: Robin Heuser, Fotografenmeister Heuser

und privat

 

Derniere "Lust und Laster in Singen" - Reportage im Fernsehen

Am 11.12.2016 war die Derniere unserer Theater-Aufführung “Lust und Laster in Singen” – voller Wehmut gaben wir unsere letzte Vorstellung, begleitet vom Kamerateam des SWR unter Regie von Sabine Steinfurth. Es war nochmals ein wundervoller kultiger Abend an dem wir alles gegeben haben,das Publikum dankte es uns mit frenetischem Applaus. Nach über 30 Vorstellungen geht diese Ära zu Ende und das Conti wird im Mai abgerissen.
Der SWR hat die Geschichte des Conti unter Einbezug von Zeitzeugen und Einspielen der Theaterszenen Revue passieren lassen.
"Dat muss ich ma sagen, dat hat uns echt umgehauen, wie ihr Singener uns die Bude einrennt. Als würd dat CONTI morgen abgerissen. Aber dat ihr ne grosset Herz habt, wusst ich ja, seit ihr mich hierbehalten habt. Gedenfalls warn war alle vonne Socken, wat ihr noch allet vom alten Conti gewusst habt. Und dat ham wir dann noch versucht mit reinzumachen in dat Stück. So ham wir alle noch mehr Spass am Spielen gekriecht. Und et hat sich wieder gezeicht, man muss nur miit Leute reden. Töfte is ja, dat getz schon welche im Frack und Fummel kommen.Ne paarma sind wa ja noch im CONTI und kucken ma wer noch so kommt. Gedenfalls ma widder schön bei euch zu sein; euer Herbert Kaiser"  - alias Franz Schürmann

mrs macbeth

regie

Susanne Breyer.
Jahrgang 70, Singen am Hohentwiel, Diplom-Kulturpädagogin, Journalistin, Regisseurin, Autorin.
Mehr Infos: www.theater-maedel.de